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Amazon Cloud Drive Test

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Der E-Commerce Riese Amazon bietet bereits seit einigen Jahren mit dem Produkt „S3“ einen Cloud-Speicher speziell für Unternehmen und Programmierer an. Im März 2011 wurde dann die für Privatkunden ausgelegte Online-Festplatte mit dem Namen „Cloud Drive“ präsentiert. Durch das neue Prime-Modell hat sich in letzter Zeit allerdings einiges geändert, Anlass genug für uns einen ausführlicheren Test zu veröffentlichen.

Allgemeines

amazon-cd-medienWenn wir nur die Grundfunktionalität des Dienstes betrachten, stellen wir fest, dass es hier kaum einen Unterschied zu den von uns bereits getesteten Cloudspeicher-Anbietern gibt.
Also kein Alleinstellungsmerkmal? Doch, denn der Hauptfokus der Entwickler liegt anders als bei den meisten Mitwettbewerbern nicht auf Dokumenten, sondern auf Medienformaten – allen voran Musik. Für Kunden mit einer Prime-Mitgliedschaft punktet die Amazon-Cloud außerdem mit unbegrenztem Fotospeicherplatz und Zugang zur Kindle-Leihbücherei.

Obwohl der Dienst darüber hinaus noch einiges an Funktionen zu bieten hat, beispielsweise werden die bereits über das Amazon-Kundenkonto gekauften MP3-Inhalte direkt in die Online-Bibliothek abgelegt, so gibt es auch etwas mehr Anlass zur Kritik als sonst. Uns sind hier vor allem die Themen Redundanz, Datenschutz und Sicherheit eher negativ aufgefallen.
Gerade bei dem so wichtigen Thema Datenschutz hapert es: Da sich die Server-Standorte in den USA befinden unterliegen sie den amerikanischen Datenschutzbestimmungen, diese können den Betreiber, also Amazon, unter Umständen zur Offenlegung von Daten verpflichten.

Hingegen sind die Standorte selbst durch intensive Überwachung und Notstromapparaturen vor unbefugten Zugriffen bzw. Datenverlust gut geschützt. Folglich ist die Cloud Drive eine eher zweitrangige Wahl für Unternehmer und Privatpersonen, deren Ziel es ist vertrauliche und persönliche Daten möglichst sicher abzulegen.

Das Teilen von Daten ist erst seit kurzem bei Cloud Drive verfügbar. Daten können nun über Links mit anderen Usern geteilt werden, diese vom User veröffentlichten Daten werden in einem eigenen Ordner verwaltet.

Zwischenfazit

Insgesamt lässt sich der angebotene Dienst von Amazon als eine einfache und medienorientierte Alltagslösung beschreiben, in mancherlei Hinsicht ist der Dienst aber nicht so konkurrenzfähig wie andere verfügbare Cloud-Storage-Produkte die derzeit auf dem Markt erhältlich sind.

Benutzung und Zugriffsmöglichkeiten

amazon-cd-zugriffNachdem der Software Client installiert wurde, kann auf den Dienst über die Amazon-Plattform zugegriffen werden, zum Beispiel über einen stationären Computer oder ein mobiles Endgerät. Um den Zugriff über Smartphones zu gewährleisten wurde eine App entwickelt; diese passt die ursprüngliche Benutzeroberfläche an und erleichtert somit die Bedienung. Neben dem Smartphone ist die App natürlich auch auf dem Fire TV, Konsolen und diversen Smart-TVs verfügbar. Die Software lässt sich auf den Betriebssystemen Windows, Mac, iOS und Android installieren.

Kosten & Speichergrößen

Es sei vorab gesagt, dass die Amazon Cloud Drive nur genutzt werden kann wenn bereits ein Kundenkonto bei Amazon besteht; seinen Kunden stellt Amazon allerdings von Beginn an einen kostenlosen Speicherplatz von 5GB in seiner Cloud zur Verfügung. In diesem Speicherplatz werden bereits gekaufte MP3-Inhalte gespeichert – und zwar ohne Beanspruchung des Datenvolumens! Für bereits 8€ im Jahr lässt sich dieser Speicher auf 20GB erweitern. Wem das nicht genügen sollte, kann seinen Speicher selbstverständlich noch weiter ausbauen – bis maximal 1TB. Es handelt sich hierbei um ein Staffelungsmodell: 50GB, 100GB, 200GB und eben 1000GB. Kostenpunkt: 20€, 40€, 80€ und 400€ pro Jahr. Es sollte bei Bedarf auf eine rechtzeitige Kündigung geachtet werden, da sich der Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr verlängert. Insgesamt ist Amazon was den Speicher betrifft mit konstanten 6 Cent/GB/Monat vergleichsweise günstig, auch die Vertragspolitik ist transparent.

Datensicherung

Grundsätzlich ist die Bedienung recht einfach, nur das Sichern von Dateien ist vergleichsweise umständlich. Gleiches gilt für das Erstellen von Backups, das vor allem zeitintensiv ist. Das liegt unter anderem daran, dass es dem User nicht möglich ist, automatische Sicherungsintervalle zu definieren. In anderen Worten: Es ist auch an dieser Stelle offensichtlich, dass der Hauptzweck von Amazon Cloud Drive darin liegt, Medieninhalte mit der Desktop-Software zu synchronisieren. Diese Software funktioniert einwandfrei, fällt höchstens im direkten Vergleich mit Konkurrenten wie Dropbox oder SugarSync etwas ab.

Hinzu kommt, das Amazon leider nicht über die Möglichkeit verfügt im Notfall Dateien abzurufen oder wiederherzustellen, zum Beispiel wenn sie versehentlich gelöscht wurden. Positiv ist uns aufgefallen, dass es seit 2013 die Möglichkeit gibt, den Inhalt des Cloud-Drive-Ordners auf dem Computer via Software automatisch zu synchronisieren. In der Vergangenheit ließen sich die Inhalte leider nur manuell hochladen. Die nachträgliche Änderung von bereits hochgeladen Dateien ist nicht gestattet, um die Daten im Nachgang zu ändern müssen sie erneut runter- und im Anschluss wieder hochgeladen werden.

Im Webinterface sowie der App lässt sich der Amazon Cloud Player bequem benutzen um beispielsweise Musik und Fotos zu streamen.

Kundenservice

Der Support von Cloud Drive umfasst durchgehend besetzte Telefonleitungen und eine Wissensdatenbank mit häufig gestellten Fragen, welche für jeden User nach dem Login lesbar sind. E-Mails an Cloud Drive werden in der Regel innerhalb von 24 Stunden beantwortet.

Fazit

Empfehlenswert ist die Amazon-Cloud dann, wenn man ein begeisterter Amazon-User ist. Die Verbindung der verschiedenen Amazon-Dienste funktioniert sehr gut und macht Spaß. Das gilt vor allem für sämtliche Medienformate. Der Speicherplatz ist zudem relativ günstig und mit den unterschiedlichen Speicherplatzgrößen ist für jeden Bedarf etwas dabei. Wenn es um möglichst sicheren Speicherplatz, Stichwort: Datenschutz, kann die Konkurrenz allerdings mehr bieten.

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